Kingdom Come: Deliverance – Von Geschichte, Nazis und Gamestar-Nebelkerzen

Es gibt Momente, in denen man hitzige Diskurse aufmerksam verfolgt und es gibt Momente, in denen man aktiv daran teilnimmt – etwa auf Twitter oder via Blogposts. Um genau solche soll es heute gehen.

Die Gamestar hat einen Artikel veröffentlicht. Soweit nichts Ungewöhnliches. Er bezieht sich auf einen grauenvoll geschriebenen und in vielen Punkten über die Strenge schlagenden Blogpost, der dem Netz eine steile These vorsetzt:

 

»Daniel Vavra ist ein Rassist und Sexist mit revisionistischen Geschichtsvorstellungen – und diese Vorstellungen finden Eingang in sein Spiel«

 

Es geht um das kommende Mittelalter Rollenspiel Kingdom Come: Deliverance, dessen Chef-Entwickler Daniel Vavra sich verhält wie ein Trottel sondergleichen. Doch eigentlich geht es um den Gamestar Artikel. Und um den Blogpost, der ihm vorangegangen war. Und darum, wie sich ein großes Spielemagazin mit fadenscheinigen Nebelkerzen versucht aus der Verantwortung zu winden, nachdem es namentlich beschuldigt wird, nicht auf die mutmaßliche rechte Gesinnung Vavras hinzuweisen.

 

Robin Schweiger von Hooked verschärft die Kritik gegen uns auf Twitter sogar: »Sie [von der GameStar] leben mit einem Unterstützer von Nazis dessen Traum eines Ethno-Staates aus, ohne dem in irgendeiner Form zu widersprechen oder es überhaupt zu thematisieren.«
Unsere Antwort ist simpel: Nein, tun wir nicht – ohnehin haben wir uns in der Vergangenheit bereits offen gegen jede Form von Hass ausgesprochen.“

 

Dann wollen wir die Gamestar doch auch gerne beim Wort nehmen, vor allem, wenn sie sich mit „gutem Journalismus: sachlich, fair und vor allem differenziert“ brüstet.
Da stellt sich mir gleich die Frage, weshalb ein zwar sehr lobenswertes aber auch sehr allgemeines Statement aus dem März 2016 verlinkt wird und nicht etwa eine News, ein Artikel, eine hauseigene Podcast-Folge oder sonstiger Content, der den vorgebrachten Vorwurf, Medien (respektive die Gamestar selbst) würden Berichte über Vavras rechte Gesinnung unter den Tisch fallen lassen. Wenn man sich schon so weit aus dem Fenster lehnt und „guten Journalismus“ machen will, frage ich mich, wo der Link zu auch nur einem einzigen Diskurs-Artikel geblieben ist. Ist an der Kritik vielleicht doch etwas dran, wenn die Redaktion in die Offensive geht und dabei mit Platzpatronen schießt?

Im nächsten Absatz schnellt auch schon der vorauseilende Schild hoch:

 

Wir werden (anders als einige Kollegen) nicht auf Basis eines einzelnen Blog-Artikels einem Spiel wie Kingdom Come Rassismus vorwerfen. Als Deutschlands größte Gaming-Website rufen wir nicht zu einem Boykott gegen ein Projekt auf, an dem über 150 Menschen, Arbeitsplätze und Familien beteiligt sind, nur weil der Chef-Entwickler auf der politischen Anklagebank sitzt.“

 

Die Diskussionen, ob ein Boykott-Aufruf in diesem Fall angebracht sei oder nicht, sparen wir uns an dieser Stelle, denn das ist eine ganz andere Baustelle. Unter dem Deckmantel sozialer Verantwortung den Mitarbeitern und deren Familien gegenüberentzieht sich das Magazin der Verantwortung seinen Lesern und dem selbstgenannten „guten Journalismus“ gegenüber, indem es den Fokus auf einen möglichen Boykott lenkt und lässt gleichzeitig unter den Tisch fallen, dass man auf das Extrem verzichten und seiner Verantwortung dennoch nachkommen kann – z.B. mit einer News. Oder einem differenzierten Artikel. Oder einer Podcast-Folge. Irgendwo hätte man doch bestimmt auf den Diskurs um Vavra verweisen können. Stattdessen finden sich zahlreiche Affiliate-Links in der Berichterstattung, um fleißig an Vorbestellungen und Verkäufen mitzuverdienen. Und das u.a. auch gleich direkt unter dem Aufmacher des Artikels:

Im Artikel folgt eine Auflistung der Vorwürfe, die Vavra gemacht werden, auf die die Gamestar jeweils einzugehen versucht. Ich werde mich im Folgenden lediglich auf die mutmaßlich rechte Gesinnung Vavras beschränken und lasse die anderen Punkte aus.

 

Das mutmaßliche Ausklammern nicht-gefälliger Bevölkerungsschichten

Hier wird Vavra zitiert, dass sich das Spiel auf ein Areal von etwa 16 Quadratkilometer beziehe. Hier bezieht er sich auf „mehrere tschechische Historienbücher über die historische Region, in der Kingdom Come spielt“. Ergebnis: Hauptsächlich Weiße, ein paar Leute italienischer Herkunft und eine jüdische Gemeinde. Realismus wird auch auf der Homepage des Games großgeschrieben. Der Anspruch, auch wenn man das übliche Marketing-Blabla beiseite schiebt, ist eine klare Ansage: Wir haben recherchiert, wir sind historisch akkurat.

Dass das auch ohne den aktuellen Diskurs Nonsens ist, liegt auf der Hand. Es handelt sich um die Darstellung einer Realitäts-Interpretation. Das Zünglein an der Waage sind Vavras Aussagen, wie diese:

Es gab zu der Zeit also keine Nichtweißen in Nord-/West-Europa. Er müsse es ja wissen, weil er in dem Gebiet aufgewachsen sei. Janeeeisklar. Das ist ein bisschen wie Mario Barth, als er in New York verweilte und über Facebook behauptet hatte, es gäbe gar keine großen Proteste gegen Trump, weil er keine gesehen habe, als er in den entsprechenden Gebieten unterwegs war.

Leider hat die Gamestar, auch wenn sie eingangs auf lepetitcapos Blog verweist, wohl einfach vergessen, dass solch eine Unterhaltung auf Twitter stattgefunden hat. Das muss Teil dieses „guten Journalismus‘“ sein, den sich die Redaktion auf die Fahne schreibt. Geschenkt.
Stattdessen offeriert sie Vavra eine Plattform, um solche Äußerungen zu relativieren:

 

„Heute sehe ich meine damaligen Äußerungen in einem anderen Licht und möchte mich entschuldigen, falls meine Standpunkte in einzelnen Diskussionen besser von mir hätten kommuniziert werden müssen. Ich bin mir sicher, ich hätte in einzelnen Fällen eine bessere Wortwahl oder Kommunikationsform nutzen sollen. Ich wollte mit meiner Ansicht zur oben genannten Redefreiheit beitragen und meinen Wunsch, Künstlern ihr Schaffen zu lassen, ohne dass sie durch die Meinungsbildung anderer Menschen beeinflusst werden. Dies ist meine persönliche Meinung.“

 

Bin ich jetzt blöd, oder was? Solche Statements haben nichts mit Wortwahl zu tun, oder mit der Kommunikationsform. Wenn ich eine Lüge verbreite, ist es eine Lüge, egal welches Hemd ich ihr anziehe. Ich sehe hier kein klares Statement, dass Vavra faktisch falsch lag. Weder von der Gamestar noch von ihm selbst. Da hilft es nur bedingt die Familiengeschichte zu romantisieren und vom eigentlichen Thema abzulenken. Vavra sagte es habe damals keine Nichtweißen gegeben und korrigiert diese Aussage nicht. Punkt. Stattdessen windet er sich in ein 16 Quadratkilometer großes Gebiet, in dem es vielleicht tatsächlich keine Nichtweißen gab. Und die Gamestar frisst das unreflektiert.

Wahrscheinlich ist es auch purer Zufall, dass Vavra der braunen Scheiße von Breitbart Interviews gegeben hat. Oder vielleicht wusste er einfach nicht, wofür die Plattform steht. Das aber nur am Rande.

Das Burzum T-Shirt

 

„Das war dumm. Ohne Hintergedanken oder auch versteckte Botschaft. Ich höre unterschiedlichste Musikstile, doch bin im Herzen ein großer Heavy-Metal-Fan. Um meine Leidenschaft für diese Musik zu unterstreichen, hatte ich mir vorgenommen, auf der Gamescom 2017 jeden Tag ein T-Shirt zu tragen, das ein anderes, weniger bekanntes Album darstellt. Eines dieser Shirts war bedruckt mit dem Artwork des Burzum-Albums »Filosofem«. Dieses Album gilt bis heute als Meilenstein in der Entwicklung des skandinavischen Black Metal und wird weitestgehend als Klassiker dieses Genres betrachtet. Durch das Tragen des besagten T-Shirts wollte ich nichts weiter als die künstlerische Bedeutung des Albums hervorheben.

Das Album selbst ist unpolitisch, größtenteils instrumental und behandelt in den übrigen vorhanden Texten Themen wie Einsamkeit, Dunkelheit und Verlust. Es steht bis heute bei allen großen Anbietern zum Verkauf oder als Streaming im Angebot und erscheint bis heute auf vielen Listen, die die besten Black-Metal-Alben aufzählen.“

 

Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte, wenn ich lesen muss, wie sich Vavra windet. Und die Gamestar frisst Vavras scheinheiliges Getue auch in diesem Fall ohne Widerworte:

„Umgekehrt bleibt der Beweis aus, ob das Burzum-Filosofem-Shirt tatsächlicher Ausdruck von Vavras Ideologie ist – oder ob hier einfach »nur« ein Fan eines Albums sich nicht mit dessen problematischem Kontext befasst hat und sich deshalb auch nicht der Wirkung dieses T-Shirts bewusst war.“

Jeder, wirklich jeder, der sich mit der Geschichte des Heavy Metal beschäftigt hat, kennt Burzum und Varg Vikernes. Erst recht, wenn man Freund des finsteren Black Metal Subgenres ist. „Guter Journalismus“ seitens der Gamestar wäre es gewesen, sich zumindest mal die beiden ersten Absätze des zugehörigen Wikipedia-Artikels durchzulesen. Eine Szene, der der Ruf anlastet, „von Menschen mit nationalistischer, nationalsozialistischer, rassistischer oder zumindest ausgeprägter patriotischer Einstellung dominiert zu werden“, brennende Kirchen in Norwegen und der verurteilte Mörder und Nazi Vikernes.
Wir brauchen hier eigentlich schon gar nicht mehr weiter ins Detail zu gehen. Ich behaupte, dass man mehr als nur ein Auge zudrücken muss, wenn man behaupten will, man wisse nicht, wofür Vikernes stehe, wenn man ein Burzum Shirt trägt.

Das ist ungefähr so, wie eine Konföderiertenflagge zu wehen und gleichzeitig zu behaupten, man sei sich nicht darüber bewusst, dass die Konföderierten auch für Sklaverei standen.
Wenn ein Magazin eine solche Aussage unkommentiert verbreitet, spielt sie Vavra aktiv in die Karten und hilft ihm dabei, sich reinzuwaschen.

Das Gamestar Fazit zum Diskurs

Auf Seite 4 des Artikels lenkt die Redaktion den Fokus auf die Beeinflussung des Dargestellten durch die eigentliche Darstellung. Das ist kein Geheimnis und liegt auf der Hand – aber das Spiel ist in diesem Kontext kaum noch das eigentliche Thema.
Vielmehr geht es um Vavra, seine Aussagen, den Anspruch an „guten Journalismus“ und die riesige Nebelkerze, die die Gamestar ihren Lesern hier vorsetzt.

 

Auch wenn es mir manchmal wirklich schwerfällt, bin ich der Letzte, der andere vorverurteilt.
Doch wenn jemand klingt wie ein Nazi, riecht wie ein Nazi, schmeckt wie ein Nazi und auch aussieht wie ein Nazi, handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach auch um einen. Persönliche Stellungnahmen, die alte Aussagen nicht hinlänglich aufgreifen und korrigieren und Familiengeschichten voll kommunistisch-antifaschistischem Widerstand klingen toll, sind aber nichts wert, wenn sie lediglich ablenken sollen.
In dieselbe Kerbe schlägt nämlich auch die Gamestar im Fazit, wenn sie sagt:

 

„Aber wir können euch versichern, dass wir im Umfeld des Releases von Kingdom Come mit unabhängigen Historikern über die ganze Geschichte sprechen werden. Das tun wir nicht, um uns gegenüber Kingdom Come politisch zu positionieren.“

 

Das ist zwar sehr löblich, doch der Artikel hatte ja eigentlich Vavra und seine Gesinnung zum Thema, dachte ich. Und darum, dass diese bislang nicht thematisiert wurde, auch wenn sonst über jeden Patch, jedes Ingame-Item und jeden Bug berichtet wird. Warum kann man über jeden vermeintlich belanglosen Furz berichten, aber in Zeiten wie diesen nicht den gesellschaftlichen Diskurs aufgreifen?

Statt „gutem Journalismus“, der Verantwortung übernimmt, präsentiert die Redaktion Nebelkerzen und wischi-waschi-Aussagen eines Developers, der ob des Diskurses um seine Person um die Vorbesteller- und Käuferzahlen seines Games fürchtet.

Das ist wirklich ekelhaft.

Filmfan, Musikliebhaber, schwäbischer Sith-Akolyth und Hypetrain-Lokführer.

3 Comments

  1. Uff. Es tut mir Leid das so deutlich sagen zu müssen, aber das ist leider ein sehr unschöner Text, der quasi genau das macht, was er der Gamestar vorhält. Es würde den zeitlichen Rahmen sprengen auf sämtliche Fehler und Ungenauigkeiten einzugehen, deshalb seien exemplarisch nur ein paar Dinge erwähnt:

    „Wenn ich eine Lüge verbreite, ist es eine Lüge, egal welches Hemd ich ihr anziehe.“

    Nein, das hier eben nicht so einfach. Die entscheidende Frage im hier vorliegenden Kontext ist nämlich, was unter „non-white people“ zu verstehen ist, denn das ist längst nicht so klar definiert, wie hier suggeriert wird. Gerade die zum Spielgebiet recht nahe liegende ungarische Tiefebene war schon immer ein großes Vermischungsbecken (selbstverständlich nicht negativ gemeint, sondern rein deskriptiv) diverser Völker, Stämme, Kulturen etc. Was ist mit den asiatischen Steppenvölkern (am bekanntesten sind wohl Hunnen und Mongolen, aber es gab selbstredend noch mehr): PoC oder nicht? Falls ja, dann kommen sie im Spiel vor. Was ist mit den näher rückenden Osmanen (standen 1403 schon auf dem Balkan)? Was ist mit christlichen Söldnern in einem osmanischen Heer? Wobei an dieser Stelle natürlich auch noch ein ganz anderes Problem der Kritik offenbart wird: Hier urteilen Menschen über ein Spiel, das bislang noch überhaupt nicht, bzw nur sehr eingeschränkt als frühe Alpha, bzw Beta-Version anspielbar war (und ich gehe sehr stark davon aus, dass der Autor dieses Textes noch nicht einmal diese Version gezockt hat).

    Mal ganz abgesehen davon, dass die Vorbehalte, die Varva, bzw. dem Spiel gemacht werden, historisch teilweise vollkommen wirr sind: Da wird dann auf Bilder der Königin von Saba und dem heiligen Mauritius verwiesen, die beweisen sollen, dass es PoC in Ungarn gab. Zwei biblische Figuren die aus Afrika stammen und gut 2000 (König von Saba) bzw. 1000 Jahre (Mauritius) vor der im Spiel erzählten Geschichte lebten (wenn es sie denn überhaupt gab) und niemals in Böhmen waren. Wenn man nun mit so etwas bei mir triumphierend ankommen würde, als vermeintlicher Beweis, dass ich historisch falsch liege und ein Rassist sei, wäre ich auch massiv angepisst und müsste mich zusammenreißen als Reaktion nicht herumzutrollen. Gar keine Frage, als PR-Mensch für ein Videospiel sollte ich mich dann trotzdem zusammenreißen können, aber nachvollziehbar ist diese Reaktion für mich durchaus. Dass dieser Aspekt vollkommen ignoriert wird, spricht nicht für den Autor, mal ganz vorsichtig formuliert.

    „Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte, wenn ich lesen muss, wie sich Vavra windet.“

    Ernsthaft? Bei der Burzum-Debatte? Schon wieder? Weil dazu ja nicht ca 324982374 mal alles gesagt wurde?

    „Wir brauchen hier eigentlich schon gar nicht mehr weiter ins Detail zu gehen. Ich behaupte, dass man mehr als nur ein Auge zudrücken muss, wenn man behaupten will, man wisse nicht, wofür Vikernes stehe, wenn man ein Burzum Shirt trägt.“

    Ein Burzum-Shirt (Ohne Deppenleerzeichen, by the way) kann aber auch schlicht als Provokation dienen, ähnlich wie Wigger bei SpOn hin und wieder Burzum in seine Playlist nahm. Daraus eine Übereinstimmung mit Vikernes politischen Ansichten abzuleiten, kann man natürlich machen, aber das offenbart dann auch nicht gerade ein differenziertes Weltbild, sondern vielmehr den Wunsch nach klaren Feindbildern, koste es was es wolle. Würde ich ein Burzum-Shirt tragen, wenn mir die Musik gefallen würde? Nein, weil für mich persönlich die Trennung von Künstler und Kunst in diesem Fall auch nicht funktionieren würde. Aber gerade weil sich die politischen Ansichten nicht direkt in seiner Musik wiederfinden, muss ich anderen zugestehen, dies anders zu sehen ohne gleich dieser Person „Nazi! Nazi!“ ins Gesicht zu schreien. Und das klammert Trollereien auf Provokation (s. o.) sogar noch aus.

    „Warum kann man über jeden vermeintlich belanglosen Furz berichten, aber in Zeiten wie diesen nicht den gesellschaftlichen Diskurs aufgreifen?“

    Weil es für die Gamestar nun mal offenkundig vor allem um das Spiel geht und nicht um die privaten Ansichten Vavras, die mir zwar zu großen Teilen auch nicht allzu sympathisch erscheinen (Stichwort: Mittelalter, als Männer noch Männer sein durften. etc), aber noch klar im demokratischen Spektrum zu finden sind. Und mit Verlaub: Wir reden hier über die Gamestar. Ausgerechnet von der Gamestar tiefgehenden politischen Journalismus zu erwarten und sich dann groß aufzuplustern, wenn dieser ausbleibt, ist grotesk bis vollkommen vermessen. Aber schön, dass dieser Artikel auch ungewollt humoristische Aspekte mit sich bringt, womit ich dann beim letzten Punkt wäre:

    „Auch wenn es mir manchmal wirklich schwerfällt, bin ich der Letzte, der andere vorverurteilt.“

    Hier musste ich dann doch herzhaft lachen. Der gesamte Text dieses Artikels ist eine Vorverurteilung, alleine schon aufgrund der Tatsache, dass das Spiel überhaupt nicht gespielt wurde, da es schlichtweg noch nicht in fertiger Version veröffentlicht worden ist. Genau diese Überprüfung des fertigen Produktes wäre aber zwingend notwendig gewesen, wenn man schon Vorverurteilung Nummer 1 (Etwas polemisch überspitzt: Vavra = Nazi) einfach so als Fakt wahrnimmt.

    Um es nochmal ganz klar zu sagen: Was Vavra zum Besten gibt, ist mir in vielen Teilen auch nicht allzu sympathisch, sei es der Musikgeschmack, das Macker-Gehabe oder die Waffenbegeisterung. Aber all das sind keine Gründe die den aktuellen Versuch eine Hexenjagd zu starten rechtfertigen. Und richtig eklig wird es, wenn sich Menschen, die offenkundig keine allzu großen historischen Kenntnisse haben, plötzlich als Historiker aufspielen (wie es ansatzweise leider ja auch hier im Artikel geschieht) um Vavra mit vermeintlichen Fakten ans Bein pissen zu können.

  2. Hallo,

    diese Shirt-Diskussion finde ich schon ziemlich abstrus. Ich liebe Filme, Musik und Videospiele. Ich trage Shirts von Filmen, Bands und Videospielen. Aber ich habe mich noch nie ernsthaft mit dem Privatleben von irgendeinem Autoren, Sänger, Programmierer, whatever beschäftigt. Ich habe keine Ahnung wie die alle ticken und was in ihren Köpfen herumschwirrt.
    Und selbst wenn all‘ diese Personen ihre Gedanken im Netz posten würden… wer hat denn die Zeit da den Überblick zu behalten?

    Und woher nehmen wir uns eigentlich das Recht zu beurteilen warum er diese Band gut findet? Ich kenne die Band nicht, aber offenbar sind ihre Texte unpolitisch. Wenn er die Musik geil findet? So what. Als jugendlicher wurde ich auch damit konfrontiert, dass Rammstein eine Nazi-Band sein soll. Ich fiel aus allen Wolken. Letztendlich konnte es aber niemand begründen und ich konnte auch nichts in den Texten finden. Also bin ich weiter auf Konzerte gegangen, und hatte ’ne gute Zeit.
    Wenn nun herauskommt, dass einer der Band rechtes Gedankengut hegt. Joar. Dann waren das halt trotzdem geile Konzerte.

    Und keine Ahnung warum man immer gleichen Szenen-zugehörig sein muss, wenn man irgendeine Band hört. Samstag das Slime-Shirt, Sonntag Terrorgruppe und Montag wieder mit Hemd auf Arbeit. Wohlwissend, dass Anarchie sehr wahrscheinlich nicht gut funktionieren wird und froh um jeden Polizisten seiend, der sich für uns mit all dem Elend in unserem Land herumschlagen muss.

    Aber hey, wenn es euch glücklich macht jemanden für das zu verurteilen, was der Sänger der Band, dessen T-Shirt er trägt, privat in den sozialen Medien ausposaunt, dann viel Spaß. Aber worum geht es hier denn überhaupt? Genau…, darum, dass auch du auf eine billige Provokation eingegangen bist, die kaum etwas aussagt und nichts zum Kern der Diskussion beiträgt. Weil eigentlich sollte doch nur geklärt werden warum es keine farbigen Menschen in diesem Spiel gibt und ob die Begründung Hand und Fuß hat. Und wenn das geklärt ist, können wir vielleicht noch mal darüber reden ob es wirklich so wichtig ist.

  3. Klaus Lachnummer gelesen. Muss ins Bett.

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